Fahnen-GeschichteAls alles anfing mit Gustav Geitel - über 80 Jahre BEST. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg fing es bescheiden an ohne ISO, ohne ÖKO, ohne EDV, ohne CAD mit einem Baumwollgeschäft am Hausvogteiplatz in Berlin. Die schwarz-rot-goldene Fahne der Weimarer Republik, die noch selten zu sehen war, da konservative Kräfte immer wieder mit der schwarz-weiß-roten Fahne ihre Treue zum Kaiserreich unterstrichen, mußte durchgesetzt werden.
Aus dem Baumwollgeschäft wurde 1921 eine Fahnenfabrik, und ihr Gründer, Gustav Geitel, wurde Fahnenfabrikant. Neben der Fahnenkonfektion wurde in den folgenden Jahren eine Fahnendruckerei eingerichtet, was sich bewähren sollte, um später den enormen Fahnenbedarf während des Dritten Reiches in den Vorkriegsjahren zu decken. Auch die Olympiade 1936 und die 700-Jahr-Feier Berlins fallen in diese Zeit. Jahrzehnte später sollte sich eine Parallele auftun.
1972 durften wir die Olympischen Spiele in München mit Fahnen ausstatten, desgleichen wurde die 750-Jahr-Feier Berlins durch unseren Fahnenschmuck entscheidend mitgeprägt. Dazwischen lagen Jahrzehnte mühevoller Aufbauarbeit.
Mit dem Ende des Krieges kam auch das Ende der Fahnenproduktion. Erst im Sommer 1948 konnte das schon 1939 erworbene Fabrikgebäude in der Nordbahnstraße teilweise bezogen werden. Im Erdgeschoß etablierte sich die Fahnenfabrik, es wurde renoviert, ausgelagerte Ware aus Bielefeld und Plauen zurückgeholt, aus Stendal kamen - noch während der Blockade 1948 über die imaginäre Ost-West-Grenze - Bottiche, Dämpfer, Behälter und ein 20 Meter langer Drucktisch.
In diesem Jahr wurde die Berliner Stoffdruckerei GmbH Fahnenfabrik von den Brüdern Rolf und Klaus Geitel gegründet. Der Mauerbau 1961 war ein neuer Tiefpunkt für alle Berliner. Wertvolle langjährige Mitarbeiter waren über Nacht von ihren Arbeitsplätzen getrennt. Die unsichere Lage ließ viele Unternehmen Berlin den Rücken kehren. Trotz der brisanten politischen Lage Berlins wurde langsam und kontinuierlich investiert, vergrößert, mehr und mehr Mitarbeiter konnten beschäftigt werden.
1974 trat Dipl.-Kfm. Andreas Geitel in die Firma ein. 1978 konnte eine der ersten verfügbaren Fahnendruckmaschinen angeschafft werden. 1987 folgte Dipl.-Ing. Stephan Geitel in die Firma. Der Mauerfall im November 1989 brachte neben der großen Freude auch neue Absatzgebiete.
Die "Fahne der Deutschen Einheit" - eine Bundesfahne schwarz-rot-gold, 6 x 10 m groß, feierlich gehisst während der Feier zur Deutschen Einheit am 2./3. Oktober 1990, 00:00 Uhr, vor dem Reichstagsgebäude, stammt aus unserem Haus.
So schließt sich auch hier ein Kreis über Jahrzehnte hinweg. War das Hissen der schwarz-rot-goldenen Nationalflagge während der Weimarer Republik noch gewöhnungsbedürftig, so bejubelten Millionen Deutsche die neu gewonnene Einheit mit zehntausenden von schwarz-rot-goldenen Fahnen.
Die Senioren und Junioren der Berliner Stoffdruckerei GmbH Fahnenfabrik, die politische Entwicklung und die gute wirtschaftliche Lage machten die Errichtung eines zweiten Produktionsbetriebes in Berlin-Buckow möglich. So wird seit 1992 an diesem weiteren Standort mit einem gesicherten, hochentwickelten technischen Fundament die Berliner Stoffdruckerei GmbH Fahnenfabrik ihre Tätigkeit für weitere Jahrzehnte fortsetzen können, und vielleicht ergibt es sich wie bereits in der Vergangenheit, daß unsere Flaggen anläßlich der 800-Jahr-Feier Berlins im Jahre 2037 wehen. Ganz sicher haben wir während dieser Zeitspanne endlich wieder eine Olympiade in Deutschland, natürlich mit Fahnen aus der BEST...

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